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Die Blutkammer zu Wilsnack

  Nach Beckmann, S. 315

Im Jahre 1711 hat sich folgende Begebenheit mit einem Tischlergesellen Mathias Schulzen in der Kirche dieses Ortes begeben. Selbigen treibt sein Fürwitz durch eine geheime Thüre in die sogenannte Blutkammer zu sehen, darin die Adeligen Leichen derer von Saldern zuerst gesetzet worden, bekommt aber im Zurückgehen von einer harten und eiskalten Hand eine starke Maulschelle, daß die Zeichen von der Hand und Fingern ein ganzes Jahr lang auf der Backe zu sehen gewesen, und ist dieser Mathias Schulze auf Befragen beständig auf dieser Aussage beharrt.

Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau 1868/71, S. 100-101